Aus dem Garten – Physalis (Andenbeere, Kapstachelbeere)

Die Physalis ist dreifach reizvoll: ihre Blätter sind samtig weich, die grazilen Blüten und Lampions eine Augenweide und die süß-säuerlichen, leicht harzig schmeckenden Früchte eine Gaumenfreude. Genau mein Geschmack! Man kann die leuchtend orangen Früchte direkt von der Pflanze runternaschen, sie lassen sich aber auch gut lagern. Noch dazu lässt sich die Kapstachelbeere relativ einfach kultivieren, sie hatte bei mir bisher keine Krankheiten oder Schädlinge. Sie keimt sehr zuverlässig, sogar mit einer gekauften Frucht hatte ich Glück, die Samen sind in hoher Zahl aufgegangen. Von den Inhaltsstoffen der reifen Früchte sind besonders die hohen Gehalte an Betacarotin und Vitamin C zu erwähnen, auch Phosphor und Eisen sind in nennenswerter Menge enthalten. Bei den Hauptnährstoffen ist die Physalis vergleichbar mit unseren gängigen Obstsorten Apfel oder Birne. Einzig der Eiweißgehalt ist mit etwa 2 g / 100 g relativ hoch (Apfel, Birne, Weintraube,…enthalten nur etwa ein Viertel davon).

Physalis-Kinderstube

Anspruchslos ist sie aber nicht. Die Physalis mag es warm und sonnig, auspflanzen sollte man die frostempfindliche Schönheit erst Ende Mai. Als Nachtschattengewächs möchte sie nicht jedes Jahr am gleichen Standort stehen und auch nicht neben ihren Verwandten – Tomaten, Melanzani oder Kartoffeln. Neben Salat und Bohnen fühlt sie sich aber wohl.

Bekannter ist die Kapstachelbeere hierzulande übrigens unter dem Namen Andenbeere, obwohl eigentlich die Pepino oder Birnenmelone so genannt wird. Auch die Pepino gehört zu den Nachtschattengewächsen und nicht wie die eigentlichen Melonen zu den Kürbisgewächsen. Im Pflanzenreich geht es manchmal etwas verwirrend zu…

Gut, dass es hier eine zugrundeliegende Systematik gibt, die alle Details genau erklärt. Der botanische Name der Kapstachelbeere ist Physalis peruviana. Zu ihren nahen Verwandten zählen die nicht-essbare Lampionblume (Physalis alkekengi) und die nur gekocht-genießbare Tomatillo (Ph. philadelphica / Ph. ixocarpa). Sehr ähnlich der Ph. peruviana ist die Physalis pruinosa, zu deutsch Ananaskirsche.

Eine Besonderheit der Physalis ist, dass sie mehrjährig ist. Die Kultivierung im Topf ist also empfehlenswert. Im Herbst wird sie um 2/3 zurückgeschnitten und bei 10-15 ins Winterquartier gestellt. Nicht austrocknen lassen und ab März wieder an die Sonne gewöhnen.

Die Topfkultur möchte ich heuer auch versuchen. Wenn die Pflanzen rechtzeitig vor dem ersten Frost auf die Terrasse oder ins Haus gebracht werden, kann man die Erntesaison vielleicht noch ein wenig verlängern. Mit der ersten Ernte ist 7-10 Wochen nach der Blüte zu rechnen. Bei meinen selbstgezogenen Pflänzchen ist an Blüte noch lange nicht zu denken. Aber ich werde euch auf dem Laufenden halten und die reifen Früchte zumindest als Dekoration einmal in einem Blogbeitrag verwenden.

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