Aus dem Garten – die Gurke

Es gibt genug Profis im Garten, von denen ich mir schon einiges abgeschaut habe. Was aber auch sehr gut in Erinnerung bleibt, sind die eigenen Fehler. Die passieren selten ein zweites Mal. Ich hatte das Glück, dass mein Gurkenfehler früh genug passierte und ich ihn wieder ausmerzen konnte, was im Nachhinein betrachtet sogar ein weiterer Glücksfall war. Mehr dazu etwas später.

Die Anzucht der Gurkensamen erfolgt in Töpfen in nährstoffhaltiger Erde, nicht in magerer Anzuchterde. Wie alle Kürbisgewächse mögen auch Gurkenpflanzen das Umsetzen nicht. Wenn es dennoch notwendig ist, dann sollen die Wurzeln dabei unbedingt in Ruhe gelassen werden. Nach dem 3. oder 5. Blatt wird die Spitze ausgekneift, um die Bildung vieler Seitentriebe zu fördern. Ebenso soll die erste Frucht ausgekneift werden, um den weiteren Fruchtansatz zu fördern. Das kostet Überwindung! Mal sehen, ob es sich lohnt. Am Bild der ersten Frucht mit Blüte meiner Picolino, einer Snackgurke, erkennt man eindeutig, um welche Frucht es sich handelt. Die 1,5 cm große Mini-Gurke sieht außen und innen innen aus wie eine Große! Und schmeckt auch so!

Die Gurke ist sehr wärmebedürftig und möchte gleichmäßig feucht gehalten werden, am liebsten mit warmem, abgestandenen Regenwasser. Auf Trockenheit reagiert sie mit bitteren Früchten. Kälte und Staunässe sowie die pralle Mittagssonne behagen ihr gar nicht. Wie sehr, das habe ich heuer erfahren. Meine wunderschön gekeimten Gurkenpflänzchen wurden nach ca. 10 Tagen in einen größeren Topf gesetzt. Dazu nahm ich Erde, die ich im Freien gelagert hatte und die im März eiskalt war. Die jungen Gurkenpflanzen waren innerhalb weniger Stunden welk und nicht mehr zum Leben zu erwecken.

Kalte Erde und kaltes Wasser – nie wieder passiert mir dieser Fehler!

Das passierte – zum Glück – schon Mitte März, wo es für die Anzucht von Freilandgurken eigentlich noch zu früh ist. Die Nachsaat erfolgte gleich darauf und immer noch früh genug, Anfang April hätte gereicht. Dann wären die Pflanzen Mitte Mai genau dort, wo sie jetzt schon sind: so groß und mit ersten Fruchtansätzen, dass ich sie am liebsten ins Freiland auspflanzen würde…

Doch damit muss unbedingt bis nach den Eisheiligen gewartet werden. Kalte Temperaturen schwächen die Gurke und sie können den Kälteschock lange nicht aufholen. Besser man wartet. Die Gurken danken es mit zügigem Wachstum. Das gilt auch für die wärmeliebenden Paprika, Melanzani, Süßkartoffeln, Tomaten,… Tagsüber kann man sie ab April schon ins Freie stellen zum Abhärten. Aber nur an milden Tagen, sonst passiert es euch wie mir, dass ich auch das Leben der Nachsaat auf’s Spiel gesetzt habe an einem kalten Tag. Diesmal waren die Pflanzen schon größer und hatten sich nach einigen Stunden wieder erholt.

Und noch ein Kältefehler: Bei Temperaturen unter 10°C besser drin behalten!

Gute Nachbarn für die Gurken sind Bohnen, Kohl, Lauch, Rote Rüben, Salat, Sellerie und Dill. Zu Tomaten halten sie jedoch gerne Abstand.
Gedüngt wird beim Auspflanzen mit Kompost, ab Juni gießt man alle 2 Wochen mit Brennesseljauche.
Die Gurke bildet lange Triebe und Ranken und kann deshalb an Rankgittern emporgezogen werden. Dadurch erleichtert sich die Ernte. Die Gurken wachsen durch das schräg gestellte Gitter hindurch und können von innen bzw. außen gepflückt werden.

Soviel zu meinen bisher gesammelten „Weisheiten“ über die Gurkenanzucht. Bisher hatte ich die Salatgurken im Garten, heuer probiere ich 2 kleine – die Snackgurke Picolino und die Einlegegurke Vorgebirgstraube. Kleine Früchte sind schneller reif und auch schneller aufgegessen. Für’s Einlegen habe ich auch schon eine Schale mit Dillsamen ausgesät. Der darf keinesfalls fehlen bei Essiggurken!

Die wunderschöne pastellgelbe Blüte der Picolino und die erste Frucht.


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