Aus dem Garten – Chili und Paprika

Die ertragreichste Kultur des letzten Jahres stelle ich euch heute vor. 3 verschiedene Sorten Rote Block- und Spitzpaprika sowie eine gelbe Habanerosorte haben mir mit gesundem, wenn auch langsamem Wuchs, aber äußerst üppigem Fruchtansatz und massenhaft Erträgen bis in den späten Herbst Freude gemacht. Ein paar Fehler sind mir unterlaufen, die verrate ich euch auch. Und noch aus einem anderen Grund sind die Capsicum-Vertreter jetzt interessant: aufgrund ihres langsamen Wuchses kann man schon bald mit der Voranzucht beginnen. Freut ihr euch auch schon so auf das Aussäen und Warten auf’s erste Grün? 🙂

Chilis, hier Golden Habanero, haben eine besonders lange Kulturdauer und werden schon ab Februar vorgezogen.

Auch geschmacklich habe ich den Paprika in den letzten Jahren lieben gelernt, spätestens seit meine Tochter ihn mit Salz und Öl im Ofen gegrillt hat – ein Gedicht sage ich euch. Für diese Zubereitungsart eignen sich vor allem die dickfleischigen Blockpaprika mit süß-fruchtigem Geschmack. Gegrillter Paprika ist auch die Grundzutat für Muhammara, einen veganen Brotaufstrich. Beim Paprika ist es wie bei vielen anderen Gemüsesorten auch: der unter freiem Himmel gediehene und vollreif geerntete ist geschmacklich dem unter anderen Bedingungen kultivierten und geernteten „Supermarktpaprika“ um Welten überlegen.

Anfang Oktober gibt es bei jedem Ernterundgang auch viele Paprikas zu ernten

Kommen wir zum Gärtnerischen, detaillierte Infos könnt ihr auf der verlinkten Seite von Mein Schöner Garten nachlesen:
Paprika- und Chilisamen werden für den Freilandanbau im März, für den Gewächshausanbau schon im Februar in magere Erde ausgesät. Nicht zu früh, denn dieses Gemüse benötigt lichtreiche und warme Tage, nicht zu spät, denn es wächst nur sehr langsam und die Früchte reifen spät. Sobald 2 echte Blätter (die zuerst erscheinenden Keimblätter zählen hier nicht dazu) vorhanden sind, werden die Pflänzchen umgetopft und wachsen nun an einem hellen Platz bei 20-22°C weiter. Dabei dürfen die Wurzeln, wie bei Tomaten auch, ein wenig gelockert werden.

1-2 Wochen vor dem Auspflanzen werden die Jungpflanzen im Freien abhärtet, damit sie an Wind und Sonne gewöhnt werden. Dazu stellt man sie an milden Tagen für einige Stunden an einem geschützten Platz ins Freie. Ab April dürfen die Pflanzen ins Frühbeet oder Gewächshaus, nach den Eisheiligen, besser erst nach dem 20. Mai können sie ins Freiland gesetzt werden. Die Königsblüte, das ist die allererste Blüte, wird bei Paprikas ausgeknipst, damit sich die Kraft in die darauffolgenden Blüten und Früchte verteilt.

Zur Deckung des hohen Nährstoffbedarfs versorgt man die Jungpflanzen schon beim Auspflanzen mit Kompost oder Hornmehl und düngt danach im Abstand von 2 Wochen mit Flüssigdünger nach.

Blockpaprika Yolo produziert im Topf 3 wunderschöne, große Früchte

Bei mir hat auch ohne zusätzliche Düngung die Topfkultur in 12 Liter-Kübeln gut funktioniert, die Ernte der Spitz- und Blockpaprika war wirklich passabel. Die 4 Chilis der Sorte Habanero Golden haben mehr als genug getragen, was aber auch ihrer ordentlichen Schärfe zuzuschreiben ist. Unübertroffen war jedoch die Ernte aus dem Freiland. Insgesamt 7 Pflanzen wurden in den ersten Wochen noch von einem Frühbeetaufsatz vor den unwirtlichen Temperaturen im Mai und Juni 2021 geschützt und nach dessen Entfernen explodierten sie förmlich, was Blatt-, Blüten- und Fruchtansatz betrifft.
Hier ist auch mein Fehler passiert. Die Pflanzen waren zu eng gesetzt, viel dichter als die empfohlenen 2 Pflanzen/Quadratmeter, unter dem Frühbeetaufsatz staute sich oft die Wärme und das dürfte die Vermehrung von Insekten gefördert haben, die kleine Löcher in die Früchte fraßen. Dort wanderten Ohrenschlüpfer ein oder regnete es hinein und so verdarben einige Paprikas.
Nächstes Jahr: Abstände einhalten! Angebissene Früchte sofort entfernen, da wird nichts mehr draus!

Nichtsdestotrotz konnte ich mehr als genug ernten und einiges davon abgeben. Mein Vater meinte beim Betrachten meines Paprikadschungels einmal, dass ich im nächsten Jahr nicht mehr so viele Paprikapflanzen anbauen brauche und dass 1 Pflanze genügen würde. Als ich später nachzählte hingen an einer Spitzpaprika-Pflanze tatsächlich über 30 Früchte in allen Größen. Und das im September, wo ein Teil der Früchte schon geerntet war. Papa hat Recht, bei einer Pflanze wird es nächstes Jahr aber nicht bleiben, denn ich habe nun auch Saatgut für gelbe Blockpaprika, gelbe und rote Snackpaprika, eine rote Paprikatomate dazubekommen…

Von diesem Exemplar hätte tatsächlich eines im Garten genügt: mehr als 30 Früchte habe ich hier gezählt

Mit den ersten Frösten endet die Paprika-Saison, Pflanzen und Früchte erfrieren. Was tun mit den vielen unreifen Früchten an den Pflanzen, wenn sich Frost ankündigt? Kleine Früchte müssen entfernt werden, am besten schon ab Mitte September. So bleibt mehr Kraft für die schon größeren Früchte. Für sie habe ich den Frühbeetaufsatz im Oktober noch einmal montiert, um den ersten, leichten Frost von den Freiland-Paprikas abzuhalten. Einige Früchte konnten so noch an der Pflanze reifen. Einmal geerntet reift Paprika nämlich kaum nach. Die Topfpflanzen, die noch Früchte trugen, wanderten für einige Wochen ins Wohnzimmer und in die Garage. Am 21.12. konnte ich so den letzten, schön rot gefärbten Paprika ernten.

Letzte Ernte aus dem Freiland am 26. Oktober 2021, die vereinzelten grünen Stellen werden sich noch umfärben, der komplett grüne ist noch zu unreif

Einige der Pflanzen versuche ich zu überwintern, ich berichte euch im Laufe des Jahres, ob es funktioniert hat!

Weitere Rezepte mit Paprika findet ihr hier:
Paprikasuppe mit Linsentofu
Pasta Paprika mit Sauerkraut
Melanzani-Sugo
Hummus mit Paprika

1 Kommentar

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