Kirschkuchen mit Minzecreme – vegan

Dieses Jahr geht in die Geschichte ein, da bin ich mir sicher. Dafür wird es viele Gründe geben, der fruchtige Wahnsinn, der sich am Kirschbaum abspielt, gehört jetzt schon zu meinen Lieblingsgründen. Hat er in den letzten Jahren nur mit einigen wenigen Früchten geglänzt und 2020 mit deren Abwesenheit, so holt er heuer alles nach. Ich schätze vorsichtig mit 20 Kilo Kirschernte, für das kleine, noch junge Bäumchen eine ganze Menge.

Dabei habe ich schon fleißig ausgepflückt, die Äste geschüttelt und von fauligen Früchten befreit. Wenn der Baum sich heuer zu sehr verausgabt, ist nächstes Jahr eher wieder mit einer Flaute zu rechnen. So wie bei den Zwetschken. Die zu Powidl und Röster im Glas verarbeitete Ernte des letzten Jahres wird mich allerdings noch bis zum nächsten Jahr verköstigen, also hat eine zweijährige Ernte auch seine Vorteile. Alternanz nennt man das bei den Obstbäumen, wenn sich Tragjahr und Fehljahr abwechseln. Wer ihr entgegenwirken und jedes Jahr eine gleichmäßige Ernte möchte, der wendet die Fruchtausdünnung, richtigen Schnitt und Düngung an. Hier habe ich sehr kompakte und interessante Informationen des Obst- und Gartenbauvereins Erbach gefunden. Überlest bitte, dass sich „Fruchtausdünnung bei Kirschen nicht lohnt, es sei denn, man hat sehr viel Zeit“ (oder nichts anderes zu tun). Oder bezieht es zumindest nicht auf mich. 😉

Kirschkuchen mit Minzecreme, vegan
für eine 20 x 20 cm – Backform

Minzcreme (neue Version auf Anregung des Saisonkochs in den Kommentaren!)
Minzpaste: 20 g gewaschene Pfefferminzblätter mit 100 g Staubzucker und einer Prise Salz im Zerkleinerer (Foodprocessor, Stabmixer,…) zu einer feinen Paste zerkleinern.
100 g vegane Schlagcreme

Zucker unten, Blätter oben, dann staubt es weniger


für den Kuchen:
280 g Mehl
120 g Zucker
1 gute Prise Salz
1/4 TL Natron
1/4 TL Weinstein

130 g Öl
260 g Pflanzendrink oder Wasser (Haferdrink finde ich recht neutral)
2 EL Essig
1 EL Rum oder Amaretto

ca. 300 g Kirschen
eventuell 1 Handvoll Schokostücke

Boden der Backform einölen. Backrohr auf 180°C aufheizen.
Kirschen waschen und entsteinen.
Trockene Zutaten in eine Schüssel wiegen und vermischen.
Flüssige Zutaten in einem zweiten Behälter abwiegen, vermischen und zu den trockenen Zutaten leeren. Kurz verrühren und dann die Hälfte in die Backform streichen.
Kirschen und Schokolade darüber verteilen und mit dem Rest des Teigs abdecken.
Bei 180°C Ober- und Unterhitze ca. 20-25 min. backen. Je nachdem, wie viel Saft austritt, dauert es länger, bis der Kuchen durchgebacken ist. Also: Stäbchenprobe.

Den fertigen Kuchen aus dem Backrohr nehmen und abkühlen lassen.
Zum Servieren (lauwarm passt gut!) wird die Schlagcreme mit 1 EL Minzpaste steif geschlagen und die leicht grüne Creme zum Kuchen serviert. Alternativ zur Minzpaste kann auch ein Tropfen ätherisches Pfefferminzöl verwendet werden.
Meine Kirschen sind übrigens noch lange nicht richtig reif, dann nämlich sind sie fast schwarz und doppelt so groß. Für Kuchen oder zum Einlegen sind sie jetzt aber schon richtig, schon süß genug und noch fest. Und wenn ich dem Baum schon ein wenig von der Last abnehme, kann der „Rest“ umso befreiter noch an Größe und Gewicht zulegen.

Danke an den Saisonkoch für die Anregung, einen Minzsirup aus Zucker und Minze herzustellen. Im ersten Anlauf habe ich es auf eine Minzepaste gebracht, die ich einfach so löffeln könnte!! Ich liebe Minze!

17 Kommentare

  1. Meine Liebe, wie war der Urlaub?
    Minzcreme, naja. Das geht etwas besser:-))
    Minze mit Zucker und einer kleinen Prise Salz so lange kuttern, bis ein Sirup entsteht. Der Zucker löst sich auf dabei.
    Dann Rahm schlagen und wenn der steif ist, nach und nach, den Minzsirup dazu geben.
    Nicht schlagen, rühren.
    Das sind andere Minz – Welten. Du wirst staunen.
    Das geht auch mit jungen Kirschblättern. Alles zum Staunen ohne Ende:-))

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      1. Bei bestimmten Speisen wie Quark oder so, kannst Du zum Wasser auch Öl benutzen.
        Das emulgiert wie eine Majonnaise. So kannst Du auch Doppings herstellen. Die Schreibweise dieser Kacke ändert sich so schnell, dass mer gar nicht mehr nachkommen.
        Das Verhältnis musst Du etwas probieren. Man sieht, wie es bindet.
        Auf dieser Basis werden nahezu alle Frucht-, Kräuter-, Würz- und Colorsaucen hergestellt.
        Ein Blender geht etwas besser als die (Klein-) Kutter.

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      2. Zuerst fängt man mit den Kräutern und Zucker trocken an. Das allein, gibt den Sirup. Außerdem wirkt etwas die Physik. Je weniger Flüssigkeit, desto feiner wird das Gehackte:-))
        Ganz zum Schluss montiert man etwas Flüssigkeit dazu. Montieren = Tropfenweise.
        Anders sieht das bei Emulsionen aus. Da wird Öl montiert.
        Später dann, hast Du das Verhältnis etwa raus und wirst das mit einem Mal ansetzen.

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      3. Ok, also ein wenig Wasser dazu. Dann lag es nicht am vergessenen Salz, dass es nicht flüssiger wurde! 😉 Ich habe es schon mal ausprobiert und das Rezept abgeändert! Ist eine Paste geworden, passt auch. Lg

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      4. Salz, auch kleinste Prisen, haben ziehende, mineralisierende Wirkung und sind nicht einzusparen! Wer Salz spart, spart Liebe; liebe Heidi. Ich schreibe gerade einen Liebesroman. Da kann ich wegen dem Jugendschutz wirklich nur Ausschnitte bringen. Der wird spätestens im kommenden Monat fertig. Es kommt zu viel dazwischen.

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      5. Kein Wasser dazu geben, liebe Heidi. Der Zucker reibt die Kräuter klein. Erst wenn der Zucker bzw. die Mischung wirklich grün ist und der Zucker anfängt, zu verlaufen, kann Flüssigkeit zugegeben werden. Ohne Flüssigkeit ist das z.b. mit einem Löffel pro Tasse, als Tee nutzbar. Die Mischung kann man bei Zimmertemperatur, ein Jahr lagern.

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  2. Liebe Heidi, unter:
    http://www.dersaisonkoch.com/serendipity/categories/78-mise-en-place
    ..steht das schon.
    Zuerst muss der Zucker grün (oder entsprechend-farbig) werden. Das ist das Zeichen dafür, dass die jeweiligen Kräuter (Zugaben) komplett zerrieben wurden. Das machen die Zucker-(oder Salzkristalle -bei Kräutersalz). Gibt man die Flüssigkeit zu zeitig dazu, entstehen gröbere Partikel,die nicht schön aussehen. Auf diese Art werden gesüßte Tee’s, Einreibungen, Auszüge, ja sogar farbige Glasuren hergestellt. Ohne zu kochen, übrigens. Der Vorteil ist, auf die Art behält der Koch sämtliche Vitamine, Mineral-, Farb- und Inhaltsstoffe etc..Wenn es pastös ist und die Zutaten noch zu grob, wurde zu zeitig Flüssigkeit zugesetzt. Es braucht etwas Übung. Das funktioniert. Ich habe das Jahrzehnte lang getan und auf die Art, viele Gästen, echten Geschmack geliefert:-))
    Selbst Brotaufstriche (Frühstück-honigartig/sozusagen–Kunsthonig), kann man auf diese Art herstellen. Garnituren (colorierter, geschmacksgebender Streuzucker/ -’s Streusalz) sind so herstellbar. Nicht zu vergessen, die berühmten Grillsaucen, Würzmischungen und Würzöle/-essige. Alles eine Basisarbeit:-))

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  3. Im Falle von Zuckerzugaben wird das kandieren genannt. Eine steinalte Methode der Konservierung ohne Energie. Eine neue Industrie, die Schrott (Glucose etc.) verkaufen möchte, negiert wirklich alte, beste Erfahrungen. Bewusst!

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