Typisch (Nieder-)Österreich: Mohnnudeln

Nicht nur mit einer typisch niederösterreichischen, sondern sicherlich mit einer urtypisch waldviertlerischen Spezialität haben wir es hier zu tun. Denn im nordwestlichen Teil meines Bundeslandes gedeihen Erdäpfel und Mohn besonders gut. ServusTV widmete sich vor Kurzem mit einer eigenen Sendung dem Mohn und dank Coffeenewstom’s Hinweis wurde auch ich darauf aufmerksam. Eine sehr interessante und vor allem appetitanregender Sendung. Seither waren die Mohnnudeln auf meiner Kochliste. Das Rezept für die Schupfnudeln habe ich meinem Standardkochbuch entnommen. Bei Grundteigen bleibe ich gerne auf der sicheren Seite.

Der Herd ist voll, wenn man Schupfnudeln in zwei Varianten macht. Vor den süßen Mohnnudeln gab es auch noch pikante Schupfnudeln mit Kürbiscreme. Das Rezept dafür folgt bald!

Mohnnudeln

Zutaten Erdäpfelteig:
(ergibt 4-6 Portionen)
1 kg mehlige Erdäpfel
160 g Weizenmehl T480
70 g Weizengrieß
70 g Kartoffelmehl
1/2 TL Salz, Muskatnuss
1 Ei
20 g geschmolzene Butter

100 g gequetschter Mohn
Staubzucker nach Geschmack

Dazu: Apfelmus, Kompott, Marmelade, Powidl,…

Zubereitung
Erdäpfelteig: Gewaschene Erdäpfel mit der Schale im Schnellkochtopf weich dämpfen. Etwas abkühlen lassen, schälen und durch die Erdäpfelpresse drücken. Mehle und Grieß dazusieben, Salz, Ei und geschmolzene Buter dazugeben und mit den Händen zu einem leicht klebrigen Teig kneten. Je nach Wassergehalt der Kartoffeln kann auch etwas mehr Mehl notwendig sein.
Ca. 30 min. ruhen lassen, damit die Mehle anziehen können und der Teig bindet.
Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser bereitstellen und zeitgerecht zum Kochen bringen.
In einer großen Pfanne Mohn und Staubzucker vermischen und auf mittlerer Stufe leicht anrösten, bis der Mohn zu duften beginnt. Dann wieder abschalten.

Den Teig in 4 Stücke teilen. Sollte euch der Teig jetzt noch sehr klebrig erscheinen, kann noch etwas Mehl eingearbeitet werden.
Auf der bemehlten (griffiges Mehl) Arbeitsplatte zu fingerdicken Rollen formen und ca. 4 cm lange Stücke abschneiden. Unter der Handfläche zu Nudeln formen. Dabei liegt das Teigstück längs zu den Fingern und die Bewegung der Hand geht von links nach rechts. (Beim Schritt davor, dem Formen der großen Teigrolle ist es genau umgekehrt: die Teigrolle liegt quer zu den Fingern und die Bewegung geht nach vor und zurück). Finger etwas wölben, dann werden die Enden der Nudeln leicht gespitzt.

Die fertigen Nudeln können auch einige Minuten (bis eine halbe Stunde) auf der Arbeitsfläche liegen bleiben, bis sie ins Wasser kommen. Besser, sie warten im ungekochten Zustand, als dass man sie im gekochten Zustand lange herumliegen lässt.
Wenn das Wasser kocht, legt man die Nudeln ein und lässt sie ca. 3-5 Minuten sieden. Wenn sie an die Oberfläche steigen sind sie durch. Mit dem Schaumlöffel herausheben, gut abtropfen lassen (!) und in die Pfanne mit dem Mohn geben.
Alternativ dazu können die Nudeln nach dem Abtropfen auch in zerlassener Butter geschwenkt werden und erst am Teller mit dem gerösteten Mohn bestreut werden. Bei dieser Variante wird Mohn gespart (wichtig für alle, die Mohn nur in geringen Mengen mögen 😉 ).

Angerichtet werden die Mohnnudeln mit Apfelmus oder einem Kompott, auch Powidl passt gut dazu. Für die Erwachsenen kann auch ein kleines Löffelchen Rum untergerührt werden.

4 Kommentare

  1. Als ich die Überschrift gelesen hatte, habe ich mich sofort dran erinnert. Jetzt sehen Deine Mohnnudeln sogar noch genauso aus, wie die auf ServusTV. Wobei die doch auf Sauerkraut serviert wurden, richtig? Ich würde allerdings auch die süße Variante vorziehen. Schönes Rezept!

    Gefällt 1 Person

    1. Richtig! Ich mag Sauerkraut und kann mir das sogar vorstellen, aber habe mich dann nicht drübergetraut, es so zu probieren! Das halten dann doch nur die echten Waldviertler aus! 😅 Danke nochmal für den TV-Tipp. In Ö lief die Sendung übrigens erst einige Tage später!

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